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Eine Durchquerung für Mountainbiker und solche, die es noch werden wollen

REGION/LAND: Salzkammergut, Oberösterreich, Österreich
KOMMENTAR: Mountainbike Endstation Lago. Davor Tragestrecken, jede Menge Höhenmeter und Kilometer. Genau 7866 zu 318. Die Zahl der Kurbelumdrehungen ist nicht dokumentiert. Nein, das ist kein Alpencross-Steckbrief, und es folgt jetzt keine neue Routen-beschreibung von Garmisch nach Torbole/Gardasee.


Neue Strecken & neue Karte für die Wiener Alpen in Niederösterreich

Biken im Salzkammergut - auf dem Bergrad durch den Waldbach.Foto: Eos/Witzany
Biken im Salzkammergut - auf dem Bergrad durch den Waldbach.Foto: Eos/Witzany

von: CHRISTIAN GÖTTINGER

 

Der Lago ist der Laudachsee, Tragestrecken gibt es mehrere. Auch solche, an denen sogar die Profis der Salzkammergut Trophy ihre Bikes schultern mussten. Alpen gibt’s hier auch jede Menge. Seen und Panorama sowieso. Dafür ist dieser Flecken Erde ja geradezu berühmt. Das Salzkammergut braucht man nicht mehr vorzustellen. Weder den wanderbeschuhten Kolleginnen und Kollegen, vor allem aber jenen nicht, die sich lieber auf gefedertem Alu oder Carbon und Stollenreifen bewegen.

 

Die Region hat sich dank 1.300 Kilometer Bikestrecken, der allseits bekannten Dachsteinrunde und der Mountainbike Trophy in die Top Liga der alpenländischen Bikereviere gespielt. Für Freunde des Bergrades wurde nun ein neues Gustostückerl aus der Taufe gehoben. Frei nach dem Motto: was ein Alpencross kann, kann das Salzkammergut schon lange.
Wie es sich für das Kammergut geziemt steht zuallererst die Landschaft im Mittelpunkt. Trekkingfeeling und sanftes Anrollen am Radweg – sozusagen Gewöhnen an das Gerät - und famoses Cruisen an den Ufern des Grundlsees und dazu die Fels- und Karstaufschwüngen des Toten Gebirges als vertikale Begrenzung des Bühnenbildes bilden den Auftakt. Dann der erste Aufschwung hinauf zur Salzaalm. Moderate aber stetige Steigung, ein erstes Herantasten an eigene Ressourcen und Möglichkeiten. Der Sieger der ersten Bergetappe hat das Rennen aber noch lange nicht gewonnen. Zurückhaltung ist angesagt. In Wahrheit ein Pretesting für die wirkliche Hürde des ersten Tages: die Öfen. Aber noch ist es nicht so weit. Ein Gutteil der 73 Kilometer und knappe 1800 Höhenmeter der ersten liegen noch vor uns.

 

Von Bad Mitterndorf rollt sich’s noch leicht durch die liebliche offene Landschaft. Nur die mächtige Felsburg des Grimming kündet von kommenden Qualen und steilen Pisten. Die Öfen sind der erste Test. Nichts für Warmduscher und Baumarkträder. Gute Übersetzung und ordentlich Schmalz in den Waden ist gefragt. Das fiese an diesen ersten vertikalen, zwischen Felswänden eingeklemmten Metern: sie sind erst der Anfang von 670 in einem Stück. Aber der Horizont wird irgendwann wieder weiter, der Weg flacher und bald finden wir erste Anzeichen von Zivilisation. Almmatten, Fleckvieh und dann endlich Almhütten. Die Ritzingerhütte und die Viehbergalm lohnen die Mühe allemal. Almidylle pur. Das Abendessen fügt sich perfekt ins Bild. Rahmschottensuppe, Kartoffelknödel mit Speck, steirische Bauernkrapfen. Die letzten Wanderer haben sich verabschiedet, rhythmisches Glockengebimmel, ein Plausch in der Nachbarhütte bei der agil-betagten Leni, noch den einen oder anderen Steirerkrapfen mit Graukäse und Sauerkraut als Nachschlag, und Geschichten aus 50 Jahren Almleben beschließen den Abend. Die letzten Sonnenstrahlen streifen die Wipfel der Lerchen. Und über allen Gipfeln ist Ruh. Bis zum morgendlichen Downhill.

 


Ein Blick vom Sarstein hinunter auf einen Zipfel des Hallstättersees im Inneren Salzkammergut. Foto: OÖ Tourismus/Ritzberger
Ein Blick vom Sarstein hinunter auf einen Zipfel des Hallstättersees im Inneren Salzkammergut. Foto: OÖ Tourismus/Ritzberger
Mit viel Schwung Richtung Bad Goisern im Salzkammergut - dem Mountainbike-Dorado in Oberösterreich. Foto: Inneres Skgt/Eisenschenk
Mit viel Schwung Richtung Bad Goisern im Salzkammergut - dem Mountainbike-Dorado in Oberösterreich. Foto: Inneres Skgt/Eisenschenk
Nach der Rast talwärts - Abfahrt von der Viehbergalm im Salzkammergut.Foto: OÖ Tourismus/Göttinger
Nach der Rast talwärts - Abfahrt von der Viehbergalm im Salzkammergut.Foto: OÖ Tourismus/Göttinger
Mountainbiker rasten und genießen den Ausblick auf den majestätischen Dachstein im Salzkammergut. Foto: OÖ Tourismus/Himsl
Mountainbiker rasten und genießen den Ausblick auf den majestätischen Dachstein im Salzkammergut. Foto: OÖ Tourismus/Himsl

Gut verpackt holen wir uns den ersten Adrenalinschub und donnern ins Tal, dem Salzastausee entgegen. Die klammen Finger werden schnell wieder warm, Jacken und Beinlinge bald überflüssig. Der Anstieg auf die Steinitzenalm kommt nur allzu schnell. Das Tosen der Koppentraun ist der Trailer für die kommende Szene. Auftritt Krippenstein, Hallstättersee, Hallstatt. Eine einzigartige Kombination aus Landschaft, Kultur und Geschichte. Eine Geschichte des Salzes. Wer sich hier nicht auf Spurensuche begibt ist selber schuld

 

All der Historie zum Trotz schwingen wir uns dennoch wieder auf die Räder, fahren in das finstere Echerntal. Vorbei am Denkmal für Friedrich Simony, dem Erschließer des Dachsteins, und am “Gletschergarten”, einem eiszeitlich geformtem, steinernen Naturdenkmal, nähern wir uns den Wasserfällen der Waldbachstrub. Als wir den Waldbach überqueren, erfährt das Brüllen und Tosen der Wassermassen, das in der tief eingeschnittenen Schlucht seinen Ursprung hat, seine Kulmination. Oberhalb des Bergwerkes erreichen wir das Salzberghochtal. Ideale Fotomotive verhelfen uns nach der anstrengenden Kurbelei zu einer kurzen Rast. Tief unten der Hallstätter See, im Hochtal ganz nah, der Rudolfsturm und die Knappenhäuser, das berühmte Gräberfeld und schließlich das Bergwerk selbst. Über all dem thront steinern phlegmatisch der Plassen.

 

Für Kraftmeier kommt jetzt der eigentliche Kick. Denn die nun folgenden Steigungen lassen auch starke Muskeln schnell härter werden. Kaum ein Stück zum Verschnaufen, und der lockere, manchmal grobe Schotter verlangt auch noch Balance und Taktgefühl. Als Belohnung wartet am Ende eine Schiebestrecke zur Rossalm. Die lange Abfahrt ist hauptsächlich gewürzt mit Panorama. Die Zutaten sind Gosaukamm und Vorderer Gosausee

 

Der nächste Tag lässt uns lange auf seine Höhepunkte warten. Aber sie kommen. Bei den Almmatten der Hütteneckalm angelangt leuchten uns Sarstein, Dachsteingletscher und Gosaukamm entgegen. Und dann sind sie da, die technischen Gustostückerl, zur Freud’ alle jener, denen Kilometerfressen auf Sandpisten zu wenig ist. Zuerst der Singletrail durch die Ewige Wand - Reminiszenzen an die Strada del Galleria am Monte Pasubio werden wach. Wenig später folgt der Tauernweg: ein ruppiger Downhill durch einen verblockten Karrenweg. Endlich Ischl, endlich sich selbst Gutes tun. Café Zauner, Kaiservilla wäre auch schön. Wir entscheiden uns aber für Sauna und Dampfbad. Die Kultur muss warten. Das machen wir dann beim nächsten Mal. Ehrlich. Nicht dass Sie denken, der letzte Tag ist nur mehr gemütliches Aus-Chillen - á la Schulschikurs – bevor es nach Hause geht. Nein hier wird noch einmal so richtig die Meter- und Kilometerkeule ausgepackt.
94 Kilometer auf 2.470 vertikale Meter aufgeteilt sind jeder Alpencrossetappe zumindest ebenbürtig. Schon alleine deshalb müssen wir da durch. Zugegeben, mehr Asphalt als an den Vortagen aber als Kompensation werden 2 Trails oder Schiebestrecken – je nach Stehvermögen - und 5 Seen angeboten. Der letzte Anstieg von Gmunden zum Fuß des Traunstein fordert noch einmal mentale und physische Reserven. Am Laudachsee ist dann endgültig Schluss. Grünleuchtender Bergsee, Alm und grauer Fels. Eine kleine Welt, in der das Salzkammergut seine Probe hält.

 

Trans Salzkammergut Grand Tour
Start: Bad Mitterndorf
Ziel: Laudachsee bei Gmunden
4 Etappen, 318 Kilometer, 7.866 Höhenmeter

Trans Salzkammergut Rundkurs
Start und Ziel: Bad Aussee
3 Etappen, 209 Kilometer 5.295 Höhenmeter

Buchung:
Salzkammergut Touristik
Götzstraße12, A-4820 Bad Ischl
Telefon: +43 (0)6132/24000-77
Fax: +43 (0) 6132/24000-4677
Email: office(at)salzkammergut.co.at
www.transsalzkammergut.at

Kostenloser Download der GPS Daten:
www.biken.at






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