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Durch Jahrmillionen

REGION/LAND: Pyhrn-Priel, Österreich
KOMMENTAR: B


In der Urlaubsregion Pyhrn-Priel auf der Suche nach dem Ursprung der Alpen

Wander-Erlebnis für die ganze Familie. Foto: TV Pyhrn-Priel

Atemberaubenden Ausblicke bei der Rast Foto: HIWU/Haijes
Atemberaubenden Ausblicke bei der Rast Foto: HIWU/Haijes
Aussichtsturm am Themenweg "WurzerNaturErlebnis Welt" Foto: TV Pyhrn-Priel
Aussichtsturm am Themenweg WurzerNaturErlebnis Welt Foto: TV Pyhrn-Priel

von: HANS HELMBERGER

 

Ein interessantes geologisches Phänomen lässt sich an einem „steinernen Schwamm“ auf der Wurzeralm in Spital am Pyhrn in der familienfreundlichen oberösterreichischen Wanderregion Pyhrn-Priel nachspielen: Wir füllen mittels einer Handpumpe Wasser in einen Felsblock und beobachten, wie es langsam verschwindet und nach gewisser Zeit an einer anderen, für uns überraschenden Stelle wieder hervortritt.

 

Wenige Meter daneben erleben wir das gleiche Schauspiel im „Original“, denn hier nimmt die Teichl, ein in vielen Windungen durch das Hochmoor der Wurzeralm fließender Bach, ein abruptes Ende, ohne dass sich etwa ein See aufstauen würde. Dieser „Teichlschwund“ ist der Beweis dafür, dass das Wasser im felsigen, durchlöcherten Untergrund versickert; erst unten im „Pichlriss“ tritt der Bach wieder zutage, um dann als veritabler Fluss in die Steyr zu münden.

 

Damit sind wir bei zwei Stationen der „Wurzer NaturErlebnisWelt“ spielerisch dem Wesen der in den Kalkalpen häufigen Verkarstung auf die Spur gekommen. Diese Spurensuche lässt sich verbinden mit vielen Aktivitäten im Wandergebiet an der Ostseite des Toten Gebirges, der Themenweg ist nur eine davon. Wie auf der Wurzeralm gibt es viele davon im Tal oder am Berg. Sie sind leicht zu begehen, weisen meist wenig Höhenunterschied auf und führen immer wieder an gemütlichen Jausenstationen und Gasthöfen vorbei, die zur Rast einladen. Schließlich ist die Wanderregion Pyhrn-Priel geprägt von urigen, gemütlichen Berghütten und bodenständigen Gasthöfen, welche die Produkte jener herzhaften Küche auf Tisch und Teller bringen, welche im südlichen Oberösterreich auch von den Einheimischen seit jeher geschätzt wird. 
   

 

Nach diesem „Einkehrschwung“ wieder zurück zu unserer Themenwanderung auf der Wurzeralm: Von der Bergstation der Standseilbahn führt die leichte Wanderung zum kleinen, in einem Kessel liegenden Brunnsteinersee, dann durch das Hochmoor zu den Filzmoosalmen und am „Teichlschwund“ vorbei zum Ausgangspunkt zurück. Der auf Infotafeln hervorragend beschriebene, jüngst eröffnete Themenweg konzentriert sich aber auf die letzten zwei Millionen Jahre, jenen Zeitraum, seitdem die Alpen aus dem Meer aufgetaucht sind. Symbolisch gesehen bedeutet also jede Minute dieser zweistündigen Wanderung 16.700 Jahre, jede Sekunde immerhin noch 280 Jahre!

 

Die auf 1400 m gelegene Wurzeralm mit ihren Almen und Berggasthöfen wird umkränzt von mächtigen Berggipfeln, davon dem 2.388 m hohen Warscheneck. Wer auf diesen Gipfel und den Grat über dem Brunnsteiner Kar blickt, erkennt die Gesteinsschichtungen, die bei der Auffaltung der Alpen entstanden sind und von der letzten Eiszeit zurecht geschliffen wurden. Damals nämlich war die Wurzeralm von einem mehrere hundert Meter dicken Gletscher bedeckt. Als das Eis abfloss, blieben Seen zurück, von denen der Brunnsteinersee noch vorhanden ist. Der untere hat sich mit Ton und Kalkschlamm gefüllt; er verlandete und bildet nun das Hochmoor „Teichlgrund“.

 

 


RundWanderWelt Hinterstoder Foto: Gemeinde Hinterstoder
RundWanderWelt Hinterstoder Foto: Gemeinde Hinterstoder

Das Warscheneck bildet den östlichen Eckpfeiler des Toten Gebirges - eine gewaltige Karstlandschaft, die sich selbst wie ein riesiger „steinerner Schwamm“ verhält. Dort versickert das Wasser ebenfalls in unergründlichen Tiefen und tritt, wie beim Pießlingursprung in der Nähe von Rossleiten, als ausgewachsener Fluss aus einer großen Höhle wieder an die Oberfläche. Über die Besteigungsgeschichte des höchsten Gipfels dieses Gebirges, des Großen Priel (2.514 m), gibt das „Alpineum“ in Hinterstoder Auskunft. Klar, dass das Leben im Stodertal von den Bergen geprägt war. Das für die Sensen- und Hammerwerke an der Eisenstraße notwendige Holz wurde in den Bergen geschlagen und auf der Steyr ins Tal hinaus „getriftet“. So nennt man den beschwerlichen und gefährlichen Transport der Baumstämme auf dem Fluss – bis zu 30.000 Kubikmeter pro Jahr! Die Flötzer mussten oft stundenlang im kalten Wasser stehen, um hängen gebliebene Stämme weiter zu ziehen.

 

Wir haben es heute bequemer, wenn wir auf dem „Flötzersteig“ den Spuren der Holzknechte und Flötzer folgen. Vom Gasthof Steyrbrücke führt dieser leichte Wanderweg taleinwärts zum Strumboding-Wasserfall und zur Höhle „Kreidelucke“; vorbei an einer alten Mühle und einer „Holzriese“, auf der die Baumstämme ins Wasser gelassen wurden, geht’s nach Hinterstoder und von dort weiter zum Schiederweiher, der einen herrlichen Blick auf den Großen Priel bietet, ehe wir im Talschluss den Gasthof Baumschlagerreith erreichen. Das Wandertaxi bringt uns anschließend zum Ausgangspunkt zurück.

 

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass die Wanderregion Pyhrn-Priel eine beeindruckende Natur- und Kulturlandschaft ist, abwechslungsreiche Touren von der Familienwanderung bis zum anspruchsvollen „Gipfelsturm“ bietet und – sei es am Berg oder im Tal – alles bereit hält, dass sich der Gast wohlfühlen kann. Der interessante Blick in die Erd- und Besiedelungsgeschichte aber hat uns die Augen geöffnet für überraschende Zusammenhänge wie jene im „steinernen Schwamm“ – sei es nur ein tonnenschwerer Felsbrocken oder gleich ein ganzes (Totes) Gebirge.

 

Informationen:

Anreise: A3: Nürnberg - Regensburg - Passau - über die Autobahn Richtung Wels (A8) bis zum Knoten Voralpenkreuz - weiter auf der Autobahn (A9) bis direkt in die Urlaubsregion Pyhrn-Priel
A1: Westautobahn Salzburg (A1) Richtung Graz - Voralpenkreuz: Pyhrnautobahn (A9) bis direkt in die Urlaubsregion Pyhrn-Priel
A9: Pyhrnautobahn Graz - Bruck an der Mur- Bosrucktunnel (A9) bis direkt in die Urlaubsregion Pyhrn-Priel

Wurzer NaturErlebnisWelt: Frei nach dem Motto „Zwei Millionen Jahre in zwei Stunden“ erleben Wanderer auf der Wurzeralm in Spital am Pyhrn ein einzigartiges Naturerlebnis. Die „Wurzer NaturErlebnisWelt“ ist ein attraktiver und bequemer Rundwanderweg durch das höchstgelegene Hochmoor der nördlichen Kalkalpen, eine Zeitreise in jene Zeit, als die Alpen entstanden. Entlang des Weges vermitteln Info-Stationen mit Schautafeln, Modellen und Objekten zum Angreifen und Ausprobieren Wissenswertes über den Lebensraum Alpen. Erlebnisbereiche, ob Barfußparcours, Riechköpfe, Wurzelmännchen, Klapptafeln oder Steckspiele fördern die Sinne und sorgen für Abwechslung bei Groß und Klein.

RundWanderWelt Hinterstoder: Das Wanderangebot in Hinterstoder wurde um 13 neue Rundwanderwege, die „RundWanderWelt“, erweitert. Dadurch ergibt sich eine große Vielfalt an kurzen und langen Routen in allen Höhenlagen und Schwierigkeitsgraden, ein Netzwerk mit einer Gesamtlänge von mehr als 100 Kilometern. In dieses Netz ist auch der beliebte Flötzersteig einbezogen.

Auskunft: Urlaubsregion Pyhrn-Priel, Hauptstraße 28, 4580 Windischgarsten, Österreich, Telefon: +43 /(0)7562/5266-0, Fax: +43(0)7562/5266-10
E-Mail: info(at)pyhrn-priel.net, Internet: http://www.pyhrn-priel.net 





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