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Bootsurlaub in Irland

REGION/LAND: Irland
KOMMENTAR: Cruising im eigenen Kabinenkreuzer, einer Idealkombination aus komfortablen Hausboot und eleganter Jacht, ist als Urlaubsform vor gut 30 Jahren in Irland entstanden. Dort waren die Voraussetzungen ideal.


Gemütlich und erlebnisreich auf Irlands Wasserstraßen

Leinster,Clonmacnoise
Leinster,Clonmacnoise

Der Shannon, Irlands größter Fluss, muss nur geringe Höhenunterschiede bewältigen, er hat damit eine geringe Strömungsgeschwindigkeit. Dadurch können auch Urlauber ohne Bootsführerschein und nautische Kenntnisse die 8 bis 15 Meter langen Schiffe problemlos durch die Flüsse und Seen steuern.

 

Und weil der Strom vor Erfindung der Eisenbahn der beste Weg war, ins Inselinnere vorzudringen, wurden die Ufer der Wasserwege schon früh besiedelt. Deshalb mangelt es nicht an historischen Gemeinden, eindrucksvollen Burgen und pittoresken Ruinen – attraktive Sehenswürdigkeiten für alle, die nicht nur angeln oder Wassersport treiben wollen.

 

Dank des Erfolgs der „Shannon Cruiser“ bei ausländischen Gästen hat Irland auch einen Teil seiner Geschichte wieder entdeckt. Im 18. Jahrhundert entstanden zahlreiche Kanäle, die das ganze Land wirtschaftlich erschlossen. Mit dem Siegeszug von Bahn und Auto gerieten diese Wasserstraßen in Vergessenheit. Jetzt werden sie allein für Freizeitskipper wieder hergestellt: die Wasserstraße zwischen Shannon und der Seenkette des Erne wie auch der Grand Kanal zwischen Shannon und Dublin, der auch den River Barrow im Südosten der Insel wieder für Kabinenkreuzer erschloss.

 

Die Vorteile eines Urlaubs im Kabinenkreuzer sind vielfältig. Das Reisetempo ist gemächlich. Wer mag, lernt jeden Tag einen anderen Ort kennen, ohne ein- und auspacken zu müssen. Selbst an abgelegenen Ankerplätzen hat man immer seine Küche, sein Bad und alle anderen Angenehmlichkeiten der Zivilisation dabei. Wer sportlich aktiv werden will, findet in fast all den kleinen Städten entlang der Route einen Reiterhof und einen Golfplatz. Oder er steigt um vom Boot auf das mitgemietete Fahrrad – und sei es auch nur, um zum Restaurant oder zum Pub zu strampeln. 


Connaught,Lough Key
Connaught,Lough Key
Munster,Shannon Estuary
Munster,Shannon Estuary
Ulster, Lough Erne
Ulster, Lough Erne
Leinster, Banagher
Leinster, Banagher

Geheimtipps am Strom

 Killaloe
Die kleine Stadt, die das südliche Ende der Shannon-Navigation markiert, gilt als Geburtsort des legendären Hochkönigs Brian Ború (926-1014). Der Ort ist aber viel älter, bereits im 6. Jahrhundert wurde hier ein Kloster gegründet. Über dessen Grundmauern begann 1185 der Bau der St. Flannan’s Cathedral, die den Übergang von der Romanik zur Gotik repräsentiert.

 

Inishcealtra
Eine „heilige Insel“ mit Klosterruinen aus dem 9. bis 13. Jahrhundert, die ein beliebtes Wallfahrtsziel war. Der Garten von St. Michael soll Wunderheilungen bewirken, Archäologen haben festgestellt, dass dort früher Babys beigesetzt wurden. Auch ein nie vollendeter Rundturm gehört zu der Anlage. In einen Brunnen warfen reuige Sünder früher kleine Münzen.

 

Carrick-on-Shannon
Die kleine Hafenstadt mit der steinernen 17-Bogen-Brücke, in der viele Urlauber ihre Kabinenkreuzer übernehmen, ist insoweit gewiss kein Geheimtipp. Kaum jemand kennt jedoch die „zweitkleinste Kapelle der Welt“ (3,6 mal 4,8 Meter), die 1877 erbaute Costello Memorial Chapel. Das Ehepaar Costello ließ dort seine Särge unter einer Glasplatte beisetzen.

 

Sehenswürdigkeiten am Strom

Shannonbridge
Die historische Brücke von 1757 ist eine der wenigen am Shannon, die im 19. Jahrhundert nicht umgebaut wurde. An dem Übergang entstand in napoleonischer Zeit eine Festung gegen befürchtete französische Invasoren. Heute sind die Bollwerke ein wichtiges militärhistorisches Zeugnis. Die Klosterruinen von Clonmacnois liegen etwas weiter stromauf.

 

Athlone
Bereits 1129 wurde der viel genutzte Flussübergang von Athlone befestigt, im 13. Jahrhundert bauten die Normannen die noch erhaltene Burg und eine hölzerne Brücke. Die heutige Steinbrücke entstand 1844, sechs Jahre später wurde die fotogene Eisenbahnbrücke fertiggestellt. Die Peter- und Paulskirche von 1937 ist mit sehenswerten Buntglasfenstern ausgestattet.

 

Enniskillen
Die nordirische Stadt liegt auf einer Insel, ihre Burg aus dem 15. Jahrhundert kontrollierte einst die Wasserwege durch die Erne-Seen. Das mächtige Kastell wurde später mehrfach umgebaut, heute beherbergt es das Fermanagh County Museum. In der fast 400 Jahre alten Portora Royal School drückten u.a. Samuel Beckett und Oscar Wilde die Schulbank.


Leinster, Inistioge
Leinster, Inistioge

Kulinarisches am Strom

The Cherry Tree Restaurant
Das erst wenige Jahre alte Restaurant in Killaloe hat bereits mehrere Preise erhalten für seine innovative Küche. Chef Harry McKeogh benutzt nur Bio-Gemüse und Fleisch, das von den Farmen der Umgebung stammt. Eine weitere Spezialität sind Fischgerichte. Durch die großen Fenster blicken die Gäste auf den Shannon. Tel. 00353-61-375688

 

Glasson Village Restaurant
Das elegante Restaurant liegt im Dorf Glasson, etwa sieben Kilometer außerhalb von Athlone. Besitzer und Küchenchef ist Michael Brooks, er hat sich spezialisiert auf Hummer, Fisch- und Muschelgerichte. Für Golfer hat Brooks eine Pauschale aufgelegt: Eine Übernachtung mit Dinner und Green Fee kostet ab 110 Euro. Tel. 00353-902-85001

 

Oscar's Restaurant
Der irische Dichter und Dramatiker Oscar Wilde ist der Namenspatron des Restaurants in Enniskillen, ein Saal heißt denn auch Dorian Gray Room, ein anderer ist der Irish Writers Room. Die Bar-Einrichtung stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert. Als Spezialitäten nennt Besitzer Dermot Magee seine Pasta-Gerichte und Beef Stroganoff. Tel. 0044-28-66327037

 

Grand Canal und River Barrow
Der historische Grand Canal ist gut 130 Kilometer lang, zählt 43 Schleusen und verbindet Dublin mit dem Shannon. Er ist durchgängig restauriert und heutzutage den Urlaubsskippern vorbehalten. Die bekannteste Ortschaft ist dank der vielen Whiskey-Flaschen, die ihren Namen tragen, Tullamore. Über den Kanal wurden einst die Fässer der Brennerei zu den Kunden transportiert.

 

Bei Robertstown verbindet sich der Grand Canal mit Irlands zweitlängstem Fluss, dem Barrow. Das jüngste Revier für Kabinenkreuzer-Kapitäne ist auch bei den Barge-Skippern sehr beliebt. Diese Barges wurden einst für den Warentransport genutzt, heute sind sie umgebaut in bequeme schwimmende Ferienheime. Der bekannteste Ort ist Carlow mit seiner Burg aus dem 13. Jahrhundert, in der Hauptstadt der gleichnamigen Grafschaft endet auch die für Urlauber befahrbare Strecke.

 

Ein Stopp, den kaum ein „Seemann“ auslässt, ist das Pub am Ufer von Maganey. Dort wird nicht nur ein gutes Bier gezapft, dort kann man mit ein paar Schritten zwischen drei Grafschaften hin und her wechseln, zwischen Carlow, Kildare und Laois.

 

Informationen
Die Angebote der Reiseveranstalter für Bootsurlaub in Irland schließen in der Regel die Anreise (per Flug oder Fähre) und die Transfers zu den Marinas mit ein. Meist sind diese Pauschalangebote günstiger als mehrere Einzelbuchungen der einzelnen Leistungen. Eine Auflistung der deutschen Reiseveranstalter, die Kabinenkreuzer anbieten, finden Sie in den „Grünen Ferienseiten“ der Irland Information, aktuelle Angebote auf der Homepage: www.tourismireland.de . Neu ist eine Broschüre speziell für das Fahrtgebiet Lough Erne. Beide sind erhältlich bei der Pressestelle der Irland Information in Frankfurt/Main.





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