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Gebirgsbachtauchen

REGION/LAND: Salzkammergut, Oberösterreich
KOMMENTAR: Faszinierende Erfahrung für alle die bislang der Annahme waren Unterwasserwelten bestehen aus Korallen und Tropenfischen.


Eins mit Wasser und Fels

Sowohl über als auch unter der Wasseroberfläche ein Genuss - Oberösterreichs trinkwasserklare Bäche. Foto: OÖ Werbung/Hois

Gebirgsbachtauchen im Salzkammergut

 

von: HARALD HOIS

 

Zzzzippp – der Neoprenanzug ist zu. Letzter Ausrüstungscheck. Los geht’s. Mit vorsichtigen Schritten staken wir wie Störche über die blank gewaschenen, tennisballgroßen, hellen Rollsteine des Mitterweißenbachs. Flossen und Maske ums linke Handgelenkt gezurrt bleibt die rechte Hand frei zum Gleichgewicht halten. Wir, das sind der Mitt-Dreißiger Karsten und Nina, unsere Hannoveranischen Freunde. Mit dabei ist auch Lois – unser bachkundiger Führer der Tauchschule Nautilus mit den Skifahrerwadeln, die heute unerkannt hinter Neopren verborgen bleiben. Lois nimmt seinen Sohn Patrik, quirlige sieben Jahre, immer wieder gerne mit bei seinen Touren in die geheime, felsige Bergbachwelt des Salzkammerguts.

Noch bevor wir das Wasser erreichen will Patrik ungeduldig wissen „ob beim Wasserfall wieder die Forellen stehen?“ „Sssscht – nicht alles verraten“ lächelt Lois und bietet seinem Kleinen an, die ersten Meter die Gruppe zu führen. Das Wasser sieht schon von weitem so klar aus – unglaublich klar! Am hier recht breiten Bachbett angelangt, treibt es uns sofort ins Wasser – jeder will den ersten Blick ins kühle Nass werfen. Eine kleine Bachforelle huscht an uns vorbei, verdutzt ob der Tatsache, dass hier plötzlich Neoprenjünger auftauchen. „Is goa ned koid“ (heißt so viel wie „ist gar nicht kalt“), meldet sich Patrik wieder, sichtlich begeistert vom spritznassen Wasser. 

 
   
Knietief geht’s bachaufwärts, in Richtung Klamm. Bachaufwärts deshalb, weil der Schritt gegen den Strom stets eine perfekte Sicht im frisch zulaufenden Gebirgswasser ermöglicht. Keine Spur von Kälte – Neopren macht’s möglich. Im Gegenteil - hie und da öffnen wir zwecks Abkühlung gerne die Reißverschlüsse.

 

Eine beeindruckende Landschaft empfängt uns, „fernab jeglicher Zivilisation“, meint man, obwohl wir nur etwa 150 Meter von der Straße entfernt unterwegs sind. Auf der einen Seite des Mitterweißenbachs führen steile, graubraune Felswände empor. Die heute recht heiße Sonne blinkt durch die Baumkronen und wärmt uns wohlig. Die nördliche Bachseite erstreckt sich topografisch zunächst noch recht flach, später finden wir auch hier klammähnliche Verhältnisse vor. „Eine beeindruckende Kulisse, echt schön“, staunt Nina und zeigt auf die Bäume, die aussehen, als ob sie jemand in die Felswand gerammt hätte. Wir fühlen uns wie Entdecker, denn an jeder Ecke empfängt uns ein neuer Eindruck. Da ein kleiner Fischschwarm, dort ein Feuersalamander. Bei jedem Schritt ist Vorsicht geboten, da die teilweise recht glitschigen Steinplatten einem rasch den festen Tritt entziehen können. Platsch! Nina hat’s erwischt – pitschnass von oben bis unten. „Super – das erste Vollbad kostet dich eine Runde!“ lacht Lois. 

 

   
Wir erklären uns solidarisch und hechten ins kühlende Nass. Mit allem haben wir gerechnet, aber nicht mit solchen Sichtweiten, mit diesem „Szenario aus Berg, Wasser, Fisch und Schlucht“. Zehn Minuten weiter bachaufwärts überrascht uns eine „Gumpe“: ein riesiger, steinerner „Topf“, ausgewaschen von der Kraft des Wassers seit Jahrmillionen. Hier wird’s tief! Ein Baum, der durch die Schlucht in die Gumpe geschwappt wurde, ruht am Grund und bietet Bachforellen Schutz. Endlich hat Patrik seine Forellen gefunden – aufgeregt schreit er: „Da san se, die Forön untam Bam“ (= dort sind die Forellen unterm Baum)! Der siebenjährige Naturbursch hält die Luft kurz an und taucht ab. Nach einer halben Minute fuchtelt er aufgeregt „So groß is sie! Fost an hoibm Meta“ (= so groß ist sie – fast einen halben Meter). Auch wir wollen den Fisch sehen und atmen kurz ein, um abzugleiten. Direkt unter einem kleinen Wasserfall stehen die Bachforellen und huschen spielerisch durchs sauerstoffreiche Wasser, während wir uns „flosselnd“ der leichten Strömung entgegenstellen. Auch wir durchtauchen die Gischt – gut, dass wir die kleine digitale Kamera im Unterwassergehäuse mitgenommen haben!

 

Rechts vom Wasserfall erlaubt uns eine Felsnase den Ausstieg. Auf allen Vieren krabbelnd setzen wir den Weg bachaufwärts fort. Kein Meter gleicht hier dem anderen. Mal dreißig Zentimeter tief, mal drei bis vier Meter tief, mal marschierend, mal schwimmend – so geht’s rein ins Gebirge. Direkt unter einem hohen Felsvorsprung liegen drei direkt aufeinander folgende Gumpen. Wie in Stein eingehauene Swimmingpools wirken sie. Die Wasserqualität ist auch hier beeindruckend klar. Da – plötzlich ein Eisvogel, der ins Wasser sticht und sich einen Fisch holt. Der Rückweg ist etwas für Liebhaber von Wasserrutschen und Felsgleitpassagen. Die „Tour de Nature“ dauert ungefähr zwei Stunden, in denen uns nie kalt wurde – die Ausrüstung war echt super! Alle aus der kleine Gruppe sind begeistert. Jetzt freuen wir uns auf eine herzhafte Jause auf der Schmaussinger Alm und schwören, bald wieder ein Bachwasser in Angriff zu nehmen. „Gut Luft“ und ab ins klare Nass!

 

Informationen:

Voraussetzungen für Gebirgsbachtauchen:
Naturverbundenheit, Trittsicherheit und eine normale körperliche Konstitution. Für alle Touren sind ein Neoprenanzug (5-7 mm), Maske, Schnorchel, Füßlinge, leichter Bleigurt empfohlen. Falls man länger unter Wasser verweilen will, ist die Mitnahme einer kleinen Taucherflasche von Vorteil. Die Ausrüstung kann bei den örtlichen Tauchschulen an Attersee, Mondsee, Traunsee und Hallstättersee entliehen werden (siehe www.arge-tauchen.at).

Schnorchelgänge im Salzkammergut:
Der Mitterweißenbach ist im Weißenbachtal zwischen Weißenbach und Mitterweißenbach (südlich des Höllengebirges) gelegen. Am Weg von Weißenbach nach Bad Ischl, nach ca. 10 Autominuten folgt auf der rechten Seite eine Kapelle, darunter der Parkplatz, der Ausgangspunkt für den Schnorchelgang ist.

Der Gimbach liegt im Weißenbachtal zwischen Weißenbach und Mitterweißenbach (südlich des Höllengebirges). Am Weg von Weißenbach nach Bad Ischl, nach ca. 5 Autominuten liegt auf der linken Seite ein Parkplatz mit einem Hinweisschild „Gimbachkaskaden“. Dem Wanderweg bis zum Bach folgen; dann runter zum Bach.

Höllbach: Zufluss zum Mitterweißenbach, in unmittelbarer Nähe zur unter „Mitterweißenbach“ angeführten Tauchstelle.

Strubbach: Von Hof bei Salzburg kommend durch Ebenau; nach ca. 3 km folgt auf der linken Seite ein Parkplatz; etwa 10 Minuten zu Fuß, direkt unter einer Fußgängerbrücke aus Holz liegt der Ausgangspunkt für den Schnorchelgang.

Redtenbach: In Bad Ischl mündet der Redtenbach in die Traun. Von dort aus lässt sich der Schnorchelgang flussaufwärts fortsetzen (bis ca. 500 m vorbei am Gasthaus Redtenbachmühle).

Geführte Tauch- und Schnorchelgänge im Salzkammergut:
Nautilus Dive-Company, A-4852 Weyregg a. Attersee, Fegaweg 16/1, Tel. +43/7664/2024, Fax: +43/7664/2612; Internet: www.nautilus.at

Freizeittipps:
Salzwelten Hallstatt: www.salzwelten.at
Dachstein Höhlen Park: www.dachstein.at
Gosaukammbahn/Dachstein-Krippensteinbahn: www.dachstein.at
Museum Kulturerbe Hallstatt: www.museum-hallstatt.at
Infos zu Veranstaltungen im Salzkammergut: www.inneres-salzkammergut.at

Allgemeine Infos: OÖ Tourismus Info, Freistädter Straße 119, A-4041 Linz, Tel. +43/732/221022, E-Mail: info(at)oberoesterreich.at, Internet: www.wasser.info

 





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