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Wirtshauskultur in Oberösterreich

REGION/LAND: Oberösterreich, Österreich
KOMMENTAR: Eine warme Stube oder ein lauschiger Gastgarten, vor sich ein gutes Glas Bier und einen saftigen Braten, als Gast aufmerksam umsorgt vom Wirt.


Foto© Donau NÖ Tourismus GmbH/Bramberge
Foto© Donau NÖ Tourismus GmbH/Bramberger

Von Silvia Pfaffenwimmer

Es gibt sie noch, diese feinen Momente, in denen alles so ist, wie es sein soll und besser nicht sein könnte. Und ganz besonders oft begegnet man ihnen in Oberösterreichs Gasthäusern und Restaurants, wo das Wort „Wirtshauskultur“ noch hochgehalten wird.
Was diese ausmacht, lässt sich für Wirt Otto Klement aus Steyr in wenige Worte fassen: Speis’ und Trank auf hohem Niveau, Atmosphäre, Herzlichkeit, freundliche Mitarbeiter und ein Wirt oder eine Wirtin zum Plaudern. In seinem „Knapp am Eck“ im Steyrer Wehrgraben findet man all das – und mehr. In unregelmäßigen Abständen lädt Klement zum „Augen- und Ohrenschmaus“, und das im sprichwörtlichen Sinn. Bei Musik oder Kabarett können es sich die Gäste so richtig schmecken lassen. Auf dem Teller landen ausschließlich Produkte aus der Region, denn „Oberösterreichs gastronomischer Botschafter ist nun einmal der Knödel, nicht der Mozzarella“, so Klement. Komponiert werden die Gerichte von Klements Frau Josi und Sohn Jürgen, die in der Küche zugange sind. Der Wirt selbst war einer der Gründungsväter der Wirtekooperation „Kultiwirte“ und empfiehlt seinen Berufskollegen vor allem eines: „authentisch“ zu bleiben.

 


Foto: © Orther Stub'n
Foto: © Orther Stub'n
Foto: © OÖ. Tourismus/Röbl
Foto: © OÖ. Tourismus/Röbl
Foto: © Silvia Pfaffenwimmer
Foto: © Silvia Pfaffenwimmer

Das Wirtshaus als Fernsehstar
Diese Echtheit begegnet dem Gast auch auf Schritt und Tritt bei einem Besuch des „Kirchenwirts“ in Großraming. Wirtin Angela Ahrer führt ihr Gasthaus in einer der schönsten Natur- und Ferienregionen Oberösterreichs mit sicherer Hand. In der Gaststube sitzt man unter dunklen, mächtigen Deckenbalken. Sie zeugen von der langen Geschichte des Hauses, das 1524 erstmals erwähnt wurde. Zu Ahrers Gästen gehören Wanderer und Radfahrer, die im nahen Nationalpark Kalkalpen ihrem Hobby nachgehen. Die Schönheit des Landstrichs lockte aber auch schon Fernsehteams nach Großraming. Und so wurde die Kirchenwirts-Gaststube zum Schauplatz für die Serie „Die Landärztin“ und Prominente wie die Schauspielerin Christine Neubauer bezogen Quartier in Angela Ahrers gemütlichen Gästezimmern. Im Gasthaus wird ebenfalls ausschließlich mit regionalen Produkten gekocht, bei der Zubereitung ist die Wirtin weniger kompromisslos: „Hier darf man durchaus ein wenig mit der Zeit gehen“, so Ahrer.

 

Vor einer anderen, aber nicht minder schönen Kulisse speist man in Johann Parzers „Orther Stub`n“ im Seeschloss Orth in Gmunden. Passend zur Lage des Restaurants auf einer Insel im Traunsee setzt der Küchenchef – Parzers Sohn Christoph – bei der Zusammenstellung seiner Menüs verstärkt auf fangfrischen Fisch aus dem See. Aber auch Wild und Lamm aus der näheren Umgebung finden sich auf der Speisekarte. Mittags sei die Küche gutbürgerlich, abends „gehoben“, so Johann Parzer. Das schätzen Einheimische wie Touristen gleichermaßen, ebenso wie die rund 360 Brautpaare, die sich pro Jahr im Schloss Orth das Ja-Wort geben. Berühmtheit erlangten die „Orther Stub’n“ aber auch durch die populäre Serie „Schlosshotel Orth“, die in ihren Räumen gedreht wurde. Und so kann es schon einmal passieren, dass ein Gast mit Koffer anreist und nach dem „Hoteldirektor“ fragt. Parzer nimmt’s mit Humor und Gelassenheit – auch das ist ein Zeichen echter Gastlichkeit.

 

Mit Humor bei der Sache
Humor ist auch für Wirtin Eva Maier aus dem innviertlerischen Mettmach unabdingbar fürs Geschäft. „Man muss ein Wirtshaus so führen, dass es einem selbst Spaß macht“, ist die Gastronomin, die den „Landgasthof Stranzinger“ gemeinsam mit ihrem Mann Josef betreibt, überzeugt. Dabei scheut Maier auch vor gewagten Aktionen nicht zurück: So ließ sie etwa die Fassade des alteingesessenen Gasthofs nicht schlicht färben, sondern von ihrem Cousin, dem Maler Johann Jascha, mit abstrakten Lettern bemalen. Ihrem Motto, „Tradition mit dem Elan der Zeit zu mixen“, bleibt Eva Maier auch in der Küche treu. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei regionalen Produkten, wie dem einzigartigen Innviertler Surspeck, den sie als Vorspeise oder als Knödel serviert. Blutwurst und Beuschel haben ebenso einen Platz auf der Karte wie leichte Salatkreationen. Denn schließlich gehe es darum, dem Gast die Augen zu öffnen für den Genuss und die Vielfalt der heimischen Gastronomie, so Maier.

 

Nur Biologisches auf dem Teller
Neue Wege geht man auch im „Roadlhof“ in Reichenau. Hier, im Herzen des Mühlviertels, steht der erste vollzertifizierte Bio-Gasthof Oberösterreichs. Wirt Carlos Keck und seine Frau Ines verkochen und verkaufen ausschließlich biologisch erzeugte Lebensmittel. Wer ganz genau wissen will, was auf seinem Teller liegt, der findet auf der Karte neben jedem Gericht den Produzenten des verwendeten Lebensmittels. „Nachdem ich bzw. meine Eltern unsere Landwirtschaft schon seit 20 Jahren biologisch bewirtschaften, war die Umstellung im Gasthaus eigentlich nur eine logische Konsequenz“ erklärt Carlos Keck seine Begeisterung für die „grüne“ Gastronomie. Und sieht man sich die Umgebung des Roadlhofs an, wirkt das Ganze noch selbstverständlicher: Unmittelbar hinter dem Ausflugsgasthaus, das von vielen Wanderern besucht wird, beginnt das Landschaftsschutzgebiet Roadlberg. Hier präsentiert sich das Mühlviertel noch genauso idyllisch und verträumt, wie Dichter Adalbert Stifter es einst beschrieb. Auf der Wiese gleich neben dem Hof weidet das Rotwild, eine Spezialität des bodenständigen Wirtshauses. Regionaler geht’s nicht.

 

Regionalität und Ursprünglichkeit, vermischt mit einem guten Schuss Innovationsgeist und einer Prise Mut, als Beilagen Humor und Herzlichkeit und alles gekrönt von der Schönheit der Landschaft – das ist das Rezept für den Erfolg der oberösterreichischen Wirtshauskultur





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