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Schatzsuche auf Helgoland

REGION/LAND: Schleswig Holstein, Helgoland
KOMMENTAR: Und nach einem fündigen und erlebnisreichen Tag in eine der gemütlichen Gaststätten der Insel z.B. auf nen Grog - was gibt´s schöneres


"Steinreich" - mit rotem Flint von der Insel

Foto: Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein

Fotos: Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein

Ein lukrativer Tag für Hans Stühmer: Der Nordost hat eine
meterdicke Schicht Feuersteine am Oststrand der Helgoländer Düne
aufgeschichtet. "Vor zwei Wochen war hier nur Sand", staunt der
64-Jährige. Unter den schwarzen und braunen kartoffelgroßen Knollen findet
er schnell, was ihn glücklich macht: Roten Flint, den es nur auf Helgoland
gibt.


Von außen ist dieser Exot ganz unscheinbar schwarz oder blaugrau, doch
Bruchstellen und ein gewisser Schimmer lassen auf sein Inneres schließen.
Das leuchtet in Schattierungen zwischen rosa und burgund, umhüllt von
einer braunen, schwarzen oder weißen Schicht. Letztere verrät den Ursprung
des Roten Feuersteins. "Er ist in einer Schicht der Oberkreide, dem Turon
entstanden", so Stühmer.
Als Leiter des Außenbezirks Helgoland des Wasser- und Schifffahrtsamts
Tönning ist Stühmer streng genommen Freizeit-Geologe. Doch im Laufe der
Jahre hat er sich ein Wissen zugelegt, auf das mancher
Vollblut-Wissenschaftler stolz wäre. Ein Teil seiner Sammlung aus
Versteinerungen und Funden aus der Vorgeschichte ist im Helgoländer Museum
in der Nordseehalle zu bewundern.

 

Dass der Feuerstein vom roten Felsen ebenfalls rot ist, überrascht im
Grunde kaum. "Wir haben es hier aber mit völlig verschiedenen Schichten zu
tun", stellt Stühmer klar. "Zwar ist es in beiden Fällen das Eisen³-Oxid,
das dem Stein diese Farbe gibt. Aber die Insel besteht aus Buntsandstein
aus der Trias. Und Feuerstein, das sind ja Reste von Kieselalgen, die sich
in den Schichten aus der oberen Kreide abgelagert haben. Dazwischen liegen
150 Millionen Jahre." Zudem sei der Buntsandstein erst nachträglich
oxidiert, was in vielen Regionen vorkam. Der Rote Feuerstein ist dagegen
gleich als solcher entstanden - und das nur auf Helgoland.

 

Stühmer, der seit den 60ern auf Helgoland lebt, ist der rote Feuerstein
seit Jahrzehnten bekannt. "Aber die Geologen haben ihn erst vor einigen
Jahren entdeckt und waren völlig aus dem Häuschen." Der holländische
Archäologe Jaap Beuker habe in den 90er Jahren steinzeitliche Werkzeuge
verglichen und herausgefunden, dass diejenigen aus rotem Feuerstein alle
von Helgoland stammen, berichtet Stühmer fasziniert. "Schon in der
Steinzeit muss der rote Feuerstein überall bekannt gewesen sein.
Wahrscheinlich wurde er gegen andere Waren eingetauscht und ist so von
Helgoland aus weiter verbreitet worden."
Das haben sich Stühmer und seine Partnerin Inger Ludwig zum Beispiel
genommen: Er schneidet seine Fundstücke in Scheiben, lässt sie in Silber
fassen und zu Schmuck verarbeiten oder poliert die Knollen bis sie bunt
glänzen. Das Souvenir aus Inger Ludwigs Geschäft "Bude 31" in der
Hafenstraße ist bei den Helgoländern und den Insel-Gästen äußerst beliebt,
und könnte Stühmer noch "steinreich" machen. Heute verlässt er die Düne
mit einem fünf Kilo schweren Beutel. "Damit habe ich den ganzen Winter zu
tun. Aber ich kann so tollen Funden einfach nicht widerstehen…"

 

Helgoland Touristik
Kurverwaltung Helgoland
Lung Wai 28, 27498 Helgoland
Tel.: 04725-808-20
Fax: 04725-808-28
E-Mail: info(at)Helgoland.de

 

 





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