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Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad

REGION/LAND: Baden-Württemberg, Deutschland
KOMMENTAR: Die Schwarzwaldbahn und der Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad bilden das Thema eines Ausflugstages in dem sich Natur und Technik zu einem beeindruckenden Erlebnis verbinden.


Herrliche Aussichten auf die Strecke Foto: Stadt Triberg

Auf einer 149 km langen Strecke verbindet die Schwarzwaldbahn eine der technisch interessantesten und schönsten Bahnstrecke Deutschlands die Städte Offenburg und Singen am Hohentwiel. Dabei gilt der Abschnitt Hornberg – Triberg – St. Georgen als äußerst reizvoll. Das besondere an diesem Streckenabschnitt besteht nicht nur in der Harmonie der Eisenbahnlage mit der Natur, sondern die Entstehung selbst gilt heute noch als Meisterleistung der Ingenieurskunst.

 

Kühne Kurven und finstere Tunnel schuf der geniale badische Ingenieur Robert Gerwig (1820 bis 1885) mit seiner 1873 vollendeten Schwarzwaldbahn. Mit einem Höhenunterschied von rund 670 Metern und einer maximalen Steigung von 20 Promille ist die Bahn mit 38 Tunneln eine der tunnelreichsten und brückenärmsten Gebirgsbahnen Europas. Der einzigartige Gedanke von Robert Gerwig war dabei, diesen Höhenunterschied mittels zwei Kehrschleifen zu überwinden. Dadurch ist die Schwarzwaldbahn eine der bekanntesten und Vorbild vieler anderen Gebirgsbahnen der Welt geworden, so z.B. bei der Gotthard-Strecke in der Schweiz.

 

Panoramatour
Der Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad führt die Wanderer und Spaziergänger dieses Weges in die Geschichte des Baus und den laufenden Betrieb der Schwarzwaldbahn zwischen Hornberg, Triberg und St. Georgen ein. Die Besucher werden dabei auf einer Panoramatour geführt, welche die ereignisreiche und spannende Geschichte der Schwarzwaldbahn im interessantesten Streckenabschnitt anhand anschaulicher Beispiele erzählt und lebendig werden lässt.

 

Auf spielerischer Weise erfahren Kinder, Jugendliche und Familien, welche Anstrengungen es bedeutet hat, die Bahnlinie durch den harten Granit zu bohren. Anekdoten und Erzählungen berichten vom Leben entlang der Bahnlinie und öffnen den Blick hinter die Kulissen. Durch authentisches Inventar ist der Weg auch für Eisenbahnfreunde ein besonderes Erlebnis.

 

Der Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad gliedert sich in zwei Touren, die auch direkt miteinander verbunden werden können. Anfangs- und Endpunkt beider Touren ist der Bahnhof Triberg, wo auf dem Vorplatz auch die Dampflokomotive 50 245 zu bewundern ist.

 

Entlang des Weges gibt es verschiedene Verweilstationen, die sich mit den Themenschwerpunkten der Schwarzwaldbahn beschäftigen. Darüber hinaus können die Pfade auch über die Wanderwege von Hornberg und St. Georgen erreicht werden. Aufgrund des alpinen Charakters der Landschaft sind die Touren für Kinder ab 6 Jahren geeignet. Sie sind nicht mit dem Kinderwagen befahrbar.

 

Tourenbeschreibung
Der Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad mit Start- und Endpunkt am Bahnhof Triberg mit insgesamt 16 Verweilstationen gliedert sich auf in zwei Etappen „Unterer Erlebnisweg“ sowie „Oberer Erlebnisweg“, von jeweils ca. 6 km Länge, die auch ab Station 7 direkt miteinander verbunden werden können. Darüber hinaus besteht eine Einstiegsmöglichkeit in den Pfad aus Richtung Hausach - Hornberg bzw. aus der Richtung St. Georgen.

 

Unterer Erlebnisweg
Länge: 6 km
Reine Gehzeit: Ca. 2 Stunden
Dieser Teil des Weges hat eher alpiner Charakter. Ausgangspunkt ist der Triberger Bahnhof. Der Weg führt zunächst talabwärts entlang des „Göttlerwegs“, dann zum unteren Dreibahnenblick an Station 2. Nach einem kurzen Stück zurück erfolgt der Abgang zur „Weltgrößten Kuckucksuhr“. Es folgt der steilere Anstieg bis zu Station 3. Einen beeindruckenden Ausblick genießt man vom Vierbahnenblick an Station 4. Weiter geht es direkt am Tunnelportal des Gremmelsbacher Tunnels an Station 5 hoch bis zum oberen Dreibahnenblick an Station 6. Ein völlig anderes Panorama mit einer offenen Landschaft und einer tollen Ansicht auf Triberg bietet sich dem Besucher an Station 7. Es folgt der Anstieg zur Station 8 am Gerwig-Denkmal beim Triberger Bahnhof.

 

Oberer Erlebnisweg
Länge: 6 km
Reine Gehzeit: Ca. 2 Stunden
Nach dem Steilanstieg vom Bahnhof über das Gerwig-Denkmal an Station 8 und die Station 9 im Gebiet Hohnen, genießt man herrliche Ausblicke auf die Bahn an den Stationen 10 und 11. Wissenswertes zum Thema Güterverkehr erfahren die Besucher an Stationen 12. Einen schönen Aufenthaltscharakter bieten die Stationen 13 und 14 beim Bahnübergang Kreisbach am hinteren Ende des oberen Erlebniswegs. Der Weg führt zurück über den ehemaligen Bahnhof Nußbach bei Station 15 sowie dem schönen Postkartenmotiv an Station 16 bis an den Triberger Bahnhof.

 

Die Stationen
Station 1: Bahnhof Triberg
Der Bahnhof in Triberg ist Ausgangs- und Endpunkt des Schwarzwaldbahn-Erlebnispfades. Das Gebäude und der Vorplatz sind deshalb Dreh- und Angelpunkt. Im Innenraum lädt eine Dauerausstellung dazu ein, sich über die Geschichte der Schwarzwaldbahn zu informieren. Im Kino gibt es laufende Filmvorstellungen von der Führerstandsmitfahrt bis zu Panoramabildern. Der Vorplatz ist geprägt von der großen Dampflokomotive 50 245, die als Denkmal ihren Platz in Triberg gefunden hat. Info- und Bildtafeln erläutern die Wanderroute und führen die Besucher auf die beiden Streckenabschnitte.

 

Station 2: Von Anfang an …
Direkt an der Eisenbahnlinie am Gewann „Halde“ gelegen, ist die Station der Geschichte des Tunnelbaus gewidmet. Eine Originalkipplore verdeutlicht, wie schwierig die Arbeiten damals waren.
Zudem ist der „Untere Dreibahnenblick“ ein wunderbarer Fotostandort, an dem man die Bahn hautnah und mit ein paar Minuten Geduld gleich dreimal verfolgen kann, wie sie aus der Schwarzwaldlandschaft immer wieder auftaucht.

 

Station 3: Fußwege – Bahnwege
Mitten im Wald, gelegen an einer Waldlichtung und Weggabelung, findet eine reizvolle Auseinandersetzung mit dem Verkehrsträger Schiene statt. Dem Besucher werden auf einfache und klare Weise der Aufbau der „Straße der Bahn“ mit Originalschienen- und schwellenmaterialen aufgezeigt.

 

Station 4: Vierbahnenblick
Dieser Platz zeichnet sich dadurch aus, dass die Schwarzwaldbahn gleich vierfach zu sehen ist. Eine ausragende Plattform an einem exponierten Felsen eröffnet spektakuläre Blicke auf die Bahnlinie und die umgebende Landschaft. Mit Spannung und Nervenkitzel kann dann der nächste Zug erwartet werden.

 

Station 5: Gremmelsbacher Tunnel
Ein besonderes Erlebnis ist die sinnliche Wahrnehmung des Weges. Diese Station sensibilisiert den Nutzer zum bewussten Hören im Fußgängertunnel und direkt an die Bahnlinie am Gremmelsbacher Tunnel. Im Originalfernsprecher kann auf Knopfdruck unter anderem die Geräusche einer Dampflokomotive, einer Diesellok und einer E-Lok abgerufen werden.

 

Station 6: Oberer Dreibahnenblick
Hoch oben eröffnet sich an diesem Platz ein wunderbarer Blick über den Schwarzwald und hinunter auf die Bahnlinie, die hier aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen ist. Die eingelassenen Gravuren im Bodenblech der Station zeigen den Verlauf der Schwarzwaldbahn.
So lassen sich die topographische Lage und das Meistern der Höhen auch optisch sehr gut nachvollziehen.


Station 7: Panoramen – Energie und Landschaft
Die Integration des Weges in die Schwarzwaldlandschaft steht auf besonderer Weise im Mittelpunkt. Genießen Sie in der Schutzhütte eine längere Rast mit dem herrlichen Blick auf Triberg bis hin zu den Wasserfällen und den umliegenden Bergen. Was der Energiewandel bei der Bahn bewirkt hat, erfahren Sie auf der Thementafel der Station.

 

Station 8: Gerwig Denkmal
Schon seit 1887 wurde dem Erbauer der Schwarzwaldbahn Robert Gerwig (1820 – 1885) in Triberg ein Denkmal gesetzt. Es würdigt das Leben und Wirken Gerwigs. Mit seiner Idee, Höhenunterschiede durch Doppelschleifen und Kehrtunnel zu überwinden, schrieb er Bahngeschichte und fand weltweit Beachtung. Der riesige Gedenkstein wurde damals übrigens in einer abenteuerlichen Art und Weise vom Wasserfallgebiet durch die Stadt transportiert.

 

Station 9: Topografie
Auf sechs Metern Länge wird die eigentliche Ingenieurleistung Gerwigs – die Überwindung der topografischen Verhältnisse – dargestellt und erläutert. Zeichnungen und Originalpläne zeigen, mit welcher handwerklichen Präzision und im Vergleich zu heute einfachen Hilfsmitteln die Schwarzwaldbahn geplant und realisiert wurde.
An dieser Stelle befindet sich eine der wenigen Abschnitte des Pfades, wo die Schwarzwaldbahn auf einem Bahndamm geführt wird.

 

Station 10: Hofgeschichte
Die Linie der Schwarzwaldbahn durchkreuzte so manch bebautes Gebiet und viele Höfe mussten umgesiedelt werden. An dieser Stelle direkt auf dem heutigen Gleis stand um 1870 noch das „Pfriemen-Häusle“ von Franziska Schneider, der Witwe des Altbürgermeisters Johann Georg Kienzler.

 

Station 11: Landschaft
Machen Sie eine kleine Rast und genießen Sie den Blick auf die Schwarzwaldlandschaft direkt über dem Tunnel. Die Integration der Bahnlinie in die Schwarzwaldlandschaft zeigt die einzigartige Harmonie von Technik und Natur.

 

Station 12: Eisenbahn als Lastenträger
Das Thema dieser Station ist der Güterverkehr auf der Schwarzwaldbahn. Die Eröffnung 1873 brachte den lang ersehnten Transportwandel von den Fuhrwerken auf die Schienen.
Eine als Leitplanke entwickelte Bilderreihe gewährt einen Einblick in die Transporte der ersten Jahre bis zur Gegenwart.

 

Station 13: Der Bahnwärter
Direkt am Bahnübergang gelegen thematisiert die Station die Aufgabe der Bahnwärter.
Hier zeigt sich die Weiterentwicklung der Bahn aus der Vergangenheit bis zu den heutigen technischen Möglichkeiten der Kommunikation.

 

Station 14: Technik und Spiel
An dieser Station befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Bahn der gut gesicherte Spielplatz.
Mittelpunkt ist ein weitläufiger Platz mit einer Grillstelle, die zum Verweilen einlädt und viele Spielmöglichkeiten zur aktiven Pause für Kinder und Jugendliche bereithält.
Mit Blick auf die realen Oberleitungen der Bahn wird die Elektrifizierung der Schwarzwaldbahn thematisiert.

 

Station 15: Nußbacher Bahnhof
Ungenutzte Bahnübergänge, verlassene Bahnsteige findet man immer mal wieder entlang der Bahnstrecke. Am Beispiel des heute nicht mehr genutzten Nußbacher Bahnhofs werden der Strukturwandel und seine Folgen dargestellt. Ein Bahnsteig, eine Schranke und ein Bahnübergang sind übrig geblieben. Am ursprünglichen Bahnhofsstandort zeigt eine Großleinwand das Aussehen des früheren Gebäudes.

 

Station 16: Leben an der Schwarzwaldbahn
Entlang der Bahnstrecke gibt es unzählige Schwarzwaldhöfe, die man aus dem Zug heraus bewundern kann. Vom Leben der Menschen in unmittelbarer Nähe berichtet diese Situation mit einem wunderbaren Blick auf den Hof und Bahn.

 

Weitere Informationen
www.schwarzwaldbahn-erlebnispfad.de

 





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