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Wandern, Klettern, Surfen, Geschichte erleben – in Taranaki wartet mehr als ein Abenteuer

REGION/LAND: Halbinsel Taranaki, Neuseeland
KOMMENTAR: Berge, Strand, Regenwald, idyllische Städtchen, Geschichte, jede Menge Kultur...man könnte die Aufzählung an Erlebnissen, Abenteuern und Eindrücken endlos weiterführen - lesen Sie selbst.



Die Maori-Legende erzählt, dass die mächtigen Berggötter dereinst friedvoll im Zentrum der neuseeländischen Nordinsel thronten. Der Friede wurde jedoch gestört, als Te Maunga o Taranaki der schönen Pihanga seine Liebe erklärte. Da erhob sich ein dunkles Grollen und es begann ein langer Kampf zwischen den Bergen Tongariro und Taranaki, aus dem letzterer schließlich als Verlierer hervorging. Voller Zorn und Trauer verließ Taranaki daraufhin seine Heimat und wanderte gen Westen, bis er zu einer Halbinsel kam, die auf drei Seiten von der Tasmanischen See umspült wird. Dort ließ er sich nieder, und man sagt, die unzähligen Flüsse, die seinen Hang hinunter laufen, seien noch heute die Tränen des Mount Taranaki. Eine traurige Geschichte – die Menschen in dieser Gegend jedoch können sich glücklich schätzen, dass der Berg zu ihnen fand. Denn ihm haben sie es zu verdanken, dass sie heute in einer der abwechslungsreichsten und abenteuerlichsten Landschaften Neuseelands leben

 


Die Halbinsel Taranaki liegt auf halbem Weg zwischen Auckland und Wellington und ist dank ihres Namensgebers schon von weitem zu erkennen.
Als fast symmetrischer Kegel erhebt sich der Mount Taranaki – oder Mount Egmont, wie er von James Cook getauft wurde – aus einer sattgrünen Weidelandschaft. Der Berg ist das Zentrum und die Lebensader dieser historisch bedeutsamen Region. In ehrfurchtsvollem Abstand haben sich um ihn herum beschauliche Städtchen wie New Plymouth, Stratford und Hawera angesiedelt, die ihrerseits von einem 300 Kilometer langen Küstenstreifen mit traumhaften schwarzen Sandstränden umgeben sind. Wer nach Taranaki reist, der muss sich nicht entscheiden, ob er Berg-, Meer- oder Stadturlaub möchte, sondern kann alles mühelos auf einmal haben.

 

Mit seinen 2518 Metern ist der ruhende Vulkan Taranaki ein kleines landschaftliches Wunder.
Wer ihn besteigt, der trifft fast jeden Höhenmeter auf eine andere Umgebung. An seinem Fuß wuchert ein subtropischer Küstenwald mit majestätischen Rimu- und Kamahi-Bäumen. Kurz darauf betritt man einen fast mystisch anmutenden Regenwald, wo moosbedeckte Bäume, Schlingpflanzen und Nebelschwaden die Existenz von Gnomen und Elfen vermuten lassen – Goblin Forest wird diese Gegend denn auch genannt. Kurz vor dem Gipfel, in etwa 1800 Metern Höhe, öffnet sich ein subalpines Kräuterfeld mit Pflanzen, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt. Und schließlich lockt die verschneite Spitze, die im Winter nach Tongariro das wichtigste Skigebiet der Nordinsel ist. 300 Kilometer Wanderwege gibt es auf dem Mount Taranaki und im umliegenden Egmont National Park. Sie führen über Flussläufe, zu kleinen Bergseen und romantischen Wasserfällen, während die unzähligen Vögel der Gegend die Hintergrundmelodie pfeifen. 15 Minuten dauert die kürzeste Wanderung am Mount Taranaki, vier Tage die längste – doch Vorsicht: Der Berg ist launisch, gute Ausrüstung sollte man auf jeden Fall dabei haben.

 

Das gleiche gilt für die zahllosen anderen Abenteuer, die man in Taranaki erleben kann.
Eines der ungewöhnlichsten ist sicher das so genannte Dam Dropping, das Darren Parata 1998 erfand. Seinerzeit nahm er ein paar mutige Touristen, stattete sie mit robusten und leicht lenkbaren Wasserschlitten aus und schickte sie auf eine dreistündige atemberaubende Reise auf den Waingongoro River. Das Experiment endete mit Schreien und Tränen – vor Freude und Lachen – und seither werden es immer mehr, die sich kopfüber bis zu acht Meter tiefe Flusskaskaden hinunterstürzen. Auch hier ist Vorsicht angebracht: Dam Dropping macht süchtig...

 

...wie auch das Surfen in Taranaki.
Experten sind sich einig: Nirgendwo in Neuseeland lässt sich der Ritt auf den Wellen besser bewerkstelligen als hier im Westen der Nordinsel. Ob in Opunake, Oakura oder an der Back Beach, ob an der berühmten Ahu Ahu and Weld Road oder in Waiwakaiho mit seinen bis zu vier Meter hohen Wellen: Vom Anfänger bis zum Meister ist hier für jeden etwas dabei. Wer den 106 Kilometer langen Surf-Highway 45 entlang fährt, wird früher oder später seine Stelle finden. Ein wahrer Meister auf dem Surfbrett ist im Übrigen Greg Page, ein Kalifornier, den – ähnlich wie den Mount Taranaki – die Liebe hierher verschlug. Als Kind lernte Greg von seinem Vater das Surfen, der ihn einfach auf das riesige Brett mitnahm und ihm so ein Gefühl für das Meer vermittelte. Heute macht Greg es umgekehrt und bittet Debütanten zum „Tandem Surfing“ auf einem fast vier Meter langen Brett. Angefertigt wurde die Tandem-Unterlage von Dave „Biggie“ Smithers, der Erfahrung mit XXL-Ausführungen hat. Vor seinem Laden steht heute ein gigantisches Surfbrett, auf dem dereinst dreizehn Männer gleichzeitig ritten – Weltrekord! Aber nicht mehr lange, denn Greg und seine Kumpane wollen bald noch einen draufsetzen.

 

Wer trotz Mountain Trekking, Dam Dropping und Tandem Surfing noch nicht ausgelastet sein sollte, für den hält Taranaki noch eine ganze Reihe weiterer Attraktionen bereit.
Wie wäre es zum Beispiel mit Heli- oder Fly-Fishing? Schon mal etwas von Bridge-Swinging gehört, einer Art Luxus-Variante des Bungee Jumping? Die Hügel von Whangamomona warten nur darauf, von guten Reitern bezwungen zu werden. Und auf dem Whitecliffs Walkway, der an der Küste entlang führt, locken die „Drei Schwestern“ wie die Kiwis die 25 Meter hohen Steinformationen getauft haben. Kurz und gut: Früher oder später geht in Taranaki jedem die Puste aus – und dann ist die Zeit für ein etwas beschaulicheres Reiseprogramm gekommen.

 

Ruhe und Entspannung findet der Taranaki-Reisende in den unzähligen Grünanlagen der Region.
Nicht umsonst wird Taranaki auch „Der Garten Neuseelands“ genannt. Mehr als 70 Parks stellen beim Rhododendron-Festival Jahr für Jahr zwischen Oktober und November ihre Schönheit zur Schau. Eines dieser botanischen Wunder ist der Pukehura Park. Mit seinen zwei Seen, umgeben von 49 Hektar urwüchsiger Buschlandschaft, verwandelt er sich beim jährlichen „Festival of Lights“ von Dezember bis Februar in ein gigantisches, leuchtendes Fantasia.

 

Nahe dem Pukehura Park liegt New Plymouth, die Hauptstadt und mit gut 50 000 Einwohnern auch die größte Stadt der Region.
Dem Besucher bietet sie ein beachtliches Kulturangebot, das nicht nur vom vielfältigen Kunsthandwerk der Stadt geprägt ist. Besondere Highlights sind die Govett-Brewster Art Gallery, eine der wichtigsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Neuseeland, und die Bowl of Brooklands, ein natürliches Amphitheater, in dem Stars aus aller Welt ihr Stelldichein geben. Außerdem findet hier alle zwei Jahre das „Taranaki Festival of the Arts“ statt, das größte neuseeländische Kunstfestival außerhalb Wellingtons.

 

Historisch Interessierte sollten einen Abstecher in das Städtchen Hawera im Süden Taranakis machen.
Denn hier lebt in Nigel Ogles Tawhiti Museum die Geschichte der Region auf. Großvater Ogle hatte 1881 inmitten dieses fruchtbaren Weidelandes die Tawhiti Mühle gebaut, die unter der Regie seines Enkels zu einem beeindruckenden Privatmuseum wurde. In Alltagsszenen stellen Wachsfiguren die Historie Taranakis von der frühen Besiedlung durch die Maori, über die Landkriege, die hier ihren Ausgangspunkt hatten, bis hin zur Industrialisierung der Region dar.

 

Für Shakespeare-Fans ist Stratford ein Muss.
Die landeinwärts neben dem Mount Egmont gelegene Gemeinde hat jede ihrer Straßen nach einem Thema aus dessen Dramen benannt. Selbst aus einem überdimensionalen Glockenspiel – das einzige Neuseelands – kommen drei Mal am Tag Romeo und Julia zum Vorschein. An diesem wunderlichen Ort beginnt zudem der Lost World Highway, der nach Taumarunui führt. Die Straße spiegelt die landschaftlichen Reize und die historische Bedeutung der gesamten Region wider. Über die „Brücke nach Irgendwo“ gelangt man zu den achtzig Meter hohen Wasserfällen des Mount Damper, die höchsten auf der Nordinsel Neuseelands, und zum Maraekowhai Reserve, einer alten Maori-Wehranlage, die ihrer Zeit die Hauhau-Krieger errichteten.

 

Zu guter letzthat der Taranaki-Reisende am Ende die Gewissheit, dass er nicht nur einen der schönsten und interessantesten Berge der Welt gesehen hat, sondern auch die vielen kleinen Geheimnisse, die sich in seinem Schatten verbergen. Und er kann froh darüber sein, eine Landschaft erkundet zu haben, die es so vielleicht irgendwann nicht mehr geben wird. Denn die Maori-Legende sagt auch, dass sich der Mount Taranaki irgendwann einmal wieder verabschieden wird, um doch noch seine große Liebe Pihanga zu bekommen. Aber wer weiß: Vielleicht hat er sich ja auch längst in diese wundervolle Halbinsel verliebt und bleibt.

 

Weitere Informationen
www.newzealand.com






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