REGION/LAND: Baden Württemberg, Deutschland QUELLE: Anzeige / www.erlebnisfinder.de KOMMENTAR: Wer die deutschen Vorfahren kennen lernen möchte ist hier genau richtig. Und wer bislang dachte, dass die Römer uns Barbaren alles aus Rom mitbrachten, darf über einen Keltenfürsten staunen den man getrost als "Schwäbischen Pharao" bezeichnen kann. |

Von Ludwigsburg kommend erreicht man Hochdorf/Enz auf der B 10 in Richtung Vaihingen/Enz. Bevor die Bundesstraße ins Enztal hinunter führt, verweist ein Schild zum Keltenmuseum, das sich direkt am Ortseingang befindet. Der markante Bau entstand Ende der achtziger Jahre und ist einer der der wichtigsten archäologischen Entdeckungen frühkeltischer Zeit in Europa gewidmet, dem Fürstengrab von Hochdorf aus dem 6. Jahrhundert v. Chr.
Das Land um den Hohenasperg ist reich an spektakulären archäologischen Entdeckungen. Im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. stellte es eines der Zentren der frühkeltischen Welt dar. Fürstliche Grabstätten unter mächtigen Grabhügeln liegen um den eindrucksvollen Berg, der damals sicher befestigt war. Viele dieser Großgrabhügel fielen bereits in historischen Zeiten Plünderungen zum Opfer oder wurden mit den beschränkten Mitteln der Grabungstechnik des 19. Jahrhunderts erforscht.
Deshalb galt es als Sensation, als sich mit der Entdeckung des Hochdorfer Fürstengrabs zum ersten Mal die Gelegenheit bot, eine solche herrschaftliche Grablege mit modernen archäologischen und naturwissenschaftlichen Methoden zu untersuchen.
Das Keltenmuseum zeigt die Ergebnisse dieser Grabungen. Im Untergeschoss findet der Besucher die vollständige Rekonstruktion der Grabkammer in ihrem authentischen Erscheinungsbild und kann sich einen Eindruck vom Glanz der Epoche machen:
In einer geräumigen Kammer aus Eichenholz hatte man den Toten auf einer sehr individuell gestalteten Bronzeliege aufgebahrt. Er trägt reichen Goldschmuck, der zum Teil eigens für die Bestattung hergestellt worden war.
Zu Füßen des Toten steht ein gewaltiger Bronzekessel, der 500 l Inhalt fassen konnte und ursprünglich zu drei Vierteln mit Honigmet gefüllt war. Dass der Fürst erwartete, im Jenseits ein Bankett zu feiern, ergibt sich aus der Beigabe von neun Trinkhörnern.
Die Osthälfte der Grabkammer wird von einem eisenbeschlagenen Wagen eingenommen, in der frühen Eisenzeit ein Prunkgefährt von ungeheuerlichem Wert.
Aufgrund der Erhaltung von vielerlei Geweberesten konnte auch die Textilausstattung rekonstruiert werden.
Im Freibereich mit einem nachgebauten keltischen Gehöft wachsen in Garten Pflanzen, wie sie in der Eisenzeit genutzt wurden.
Das Keltenmuseum zeigt wechselnde Sonderausstellungen mit Originalfunden aus dem In- und Ausland und während der Sommermonate finden im Freibereich an vielen Wochenenden Kurse und Vorführungen zum keltischen Handwerk statt.
KELTENMUSEUM HOCHDORF/ENZ
Keltenstr. 2, 71735 Eberdingen-Hochdorf
Tel. 07042/78911 – Fax 07042/37 07 44
Mail keltenmuseum(at)t-online.de
Internet www.keltenmuseum.de

